Der Geflüchtete Ahmad will bei konzepthaus eine Ausbildung machen – ein Hindernislauf mit Rückenwind

von Marianne Thommel, 2 min. Lesezeit
Marianne Thommel

Fachkräftemangel in IT- Berufen auf Rekordniveau! (Tagesschau 8.6.23) - dennoch ist es selbst für  hochmotivierte Migrant:innen mit guten Deutschkenntnissen immer noch extrem schwierig, in  Deutschland eine Ausbildung machen zu dürfen.  

Dies zeigt Ahmad Mohaddeszadehs Geschichte: Er musste viele Hürden überwinden, bis ihn  konzepthaus Web Solutions im September 2021 endlich zum Fachinformatiker für  Anwendungsentwicklung ausbilden darf. 

Ausbildung bei konzepthaus

Voller Motivation, anzukommen! 

Ahmad ist afghanischer Staatsbürger und kam Anfang 2015 als Flüchtling nach Deutschland. In den  ersten Jahren lebte er in einer Flüchtlingsunterkunft nahe Füssen - voller Motivation, hier richtig  anzukommen. Er will die Sprache lernen, Arbeit finden, sich integrieren. Deutschkurse gab es keine,  also wurde Ahmad selbst aktiv: Er versuchte mit Muttersprachler:innen ins Gespräch zu kommen und  lernte selbstständig. Außerdem bildete sich der Grafikdesigner online in Informatik fort. Die  Gelegenheit in diesem Bereich eine Ausbildung beginnen zu können, erhielt Ahmad 2020: Konzepthaus  Web Solutions in Sonthofen suchte händeringend neue Mitarbeiter:innen. Geschäftsführer Thorsten  Heissel war beim Bewerbungsgespräch sofort von Ahmads Potential überzeugt. Er sagte ihm einen  Ausbildungsplatz zu und bot an, dass Ahmad vorab bereits bei konzepthaus mitarbeiten könne. Eine  Arbeitserlaubnis war vorhanden.

Hürden und Hindernisse 

Der tatsächliche Startschuss für die Ausbildung verzögerte sich jedoch Monat um Monat. Es galt,  zahlreiche bürokratische Hürden zu überwinden. Dann drohte Ahmads Abschiebung. Damit erlosch auch seine Arbeitserlaubnis. Doch hinter ihm stand zu diesem Zeitpunkt bereits ein engagiertes Team,  das den jungen Afghanen unbedingt als Mitarbeiter und Kollegen bei konzepthaus behalten wollte: Die  Geschäftsführenden Thorsten Heissel und Monika Wisser beauftragten einen Anwalt. Eine Petition  wurde gestartet und konzepthaus-Mitarbeiterin Katharina Haugg kämpfte sich mit Ahmad bergeweise  durch schwer verständliche Anträge. Andere Kolleg:innen und Bürohündin Ria stützen ihn in dieser  unsicheren Zeit mit großer Solidarität.

Eine glückliche Wende und neue Schwierigkeiten… 

Sommer 2021: Weil die Taliban zurück an die Macht kamen, wurden alle Abschiebungen nach  Afghanistan gestoppt! Außerdem änderte sich die gesetzliche Grundlage für das Ausbildungsrecht. Sie erleichtert es Migrant:innen zukünftig, das Aufenthaltsrecht für die Dauer der Ausbildung zu erhalten. Nach wie vor unterstützte das konzepthaus-Team Ahmad mit vollem Einsatz, stellte Kontakte zur IHK  her, begleitete bei Behördengängen oder half, Formulare zu verstehen, die selbst bei  Muttersprachler:innen oft Fragezeichen aufwarfen. Und bei in sich widersprüchlichen Vorgaben  verbleiben bei allen Beteiligten bis heute nur große Ratlosigkeit und Kopfschütteln.  Ein Beispiel: Damit ein Flüchtling die Erlaubnis für eine Ausbildung erhält, muss er nachweisen, dass  sich damit anfallende Lebenshaltungskosten decken lassen. Die Regierung von Schwaben stufte das in Ahmads Fall als unrealistisch ein. Dass er etwas hinzuverdiene, beispielsweise mit einem Minijob, gehe  jedoch auch nicht. Denn ein Minijob hindere Ahmad daran, seine Ausbildung adäquat zu absolvieren. 

Wie lässt sich so ein Dilemma lösen? 

In Ahmads Situation wohl nur durch den Einsatz von Leuten, die dranbleiben, bei den zuständigen  Behörden immer wieder nachfragen und hier durchaus auf hilfsbereite Sachbearbeiter:innen treffen.  Durch verschiedene Vorgaben sind diesen in vielen Fällen jedoch auch die Hände gebunden und sie müssen umständlich nach Auswegen suchen.
Und mitunter die wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Ende sind Geduld und Ausdauer: Allen  voran auch bei Thorsten Heissel und Monika Wisser. Sie mussten monatelang warten, bis sie den  jungen Flüchtling im September 2021 endlich ausbilden durften.

Welches Fazit ziehen die Beteiligten? 

Ahmad: „Ich hatte unglaubliches Glück, dass das fantastische Team von konzepthaus Web Solutions  hinter mir steht! Ich bin auf Menschen getroffen, die sich sehr für mich eingesetzt haben, auch bei  Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe. Sonst könnte ich heute nicht da sein, wo ich jetzt bin: Im 2.  Ausbildungsjahr zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei konzepthaus! Wie kann man  das ohne solche Menschen schaffen? Ich weiß es nicht.“ 

Katharina Haugg: „Für solche Fälle brauchen wir dringend Erleichterungen in der Gesetzeslage und der  Bürokratie. Und Betriebe, die die Bereitschaft haben, beharrlich zu bleiben.“ 

Thorsten Heissel: „Junge und motivierte Menschen zu haben, die lernen und sich integrieren wollen, ist ein großer Gewinn. Aber die bürokratischen Herausforderungen sind unglaublich und aus  Unternehmer:innenperspektive sehr behindernd!

Wo gibt es Hilfe?  

Beispielsweise bei der IHK Schwaben: Sie steht Azubis und Unternehmern für Fragen zur Verfügung. 

Mit einem Artikel über Ahmads Geschichte macht die IHK ebenfalls darauf aufmerksam, dass die Ausbildung Geflüchteter große Chancen für alle Beteiligten birgt (online verfügbar). 

Weil wir das bei konzepthaus genauso sehen, ist es für uns nicht wichtig, welcher Weg dich zu uns führt. Hauptsache es matcht!  👍

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